Mit den IMMPACT & AI Steckbriefen geben wir Einblicke in KI-Anwendungen rund um Wirkung: Was können sie, wo lassen sie sich einsetzen und wie könnten sie sich weiterentwickeln? Dafür beantworten die jeweiligen Anbieter*innen oder Entwickler*innen unsere Fragen schriftlich und im Gespräch. Ergänzend zeigen wir, wie die Anwendungen an den IMMPACT Guide anknüpfen.
Lina Gorzinski, Mitgründerin & Vorstand der Initiative Wirkungsmanagement, über den InWi Bot
Einstieg in den InWi Bot
Der InWi Bot entstand aus einem konkreten Bedarf der Community. Nach einem Deep-Dive zu KI und eigenen Chatbots im März 2025 kam wiederholt der Wunsch auf, einen eigenen Chatbot für Wirkungsmanager*innen zu entwickeln. Für die Initiative Wirkungsmanagement war das zugleich Ausdruck des eigenen Ansatzes: nicht am Bedarf der Zielgruppe vorbeizuentwickeln, sondern zuzuhören und darauf aufzubauen.
Das Wirkungsverständnis orientiert sich am Gedanken des „Collective Impact“: Gesellschaftliche Veränderung entsteht nicht durch einzelne Organisationen, sondern im Zusammenspiel vieler Akteur*innen. Entsprechend soll der Bot nicht nur generisches KI-Wissen nutzen, sondern möglichst Erfahrungen und Wissen aus der Community abbilden.
Der InWi Bot auf einen Blick
Anbieter: Initiative Wirkungsmanagement
Zielgruppe: Wirkungspraktiker*innen, insbesondere Personen mit begrenzten zeitlichen oder personellen Ressourcen
Zentrale Funktion: Niedrigschwelliger Sparringspartner für Fragen des Wirkungsmanagements
Aktuelle Umsetzung: Custom GPT Lösung (OpenAI)
Der InWi Bot soll Nutzer*innen dabei unterstützen, einen Einstieg in das eigene Wirkungsmanagement zu finden und Orientierung bei der Frage „Wo fange ich überhaupt an?“ zu geben. Im Mittelpunkt steht nicht die reine Wirkungsmessung über Kennzahlen, sondern Wirkungsmanagement als kontinuierlicher Lernprozess innerhalb einer Organisation.
Die aktuelle Version ist bewusst als MVP angelegt. Ziel ist es, früh Erfahrungen zu sammeln und die Anwendung schrittweise gemeinsam mit der Community weiterzuentwickeln.
„Der Bot löst nicht nur oberflächliche Fragen, sondern hilft unserer Community genau dort, wo es im Alltag wirklich hakt.“
Lina Gorzinski, Vorstand Initiative Wirkungsmanagement
Gemeinsam mit der Community entwickelt
Eine Besonderheit des InWi Bots ist die gemeinschaftliche Entwicklung. Knapp 50 Wirkungspraktiker*innen waren bislang unter anderem an Personas, User Journeys, Anforderungen und Tests beteiligt. Dadurch soll möglichst viel Praxiswissen direkt in die Anwendung einfließen.
Auch technisch folgt die Entwicklung einem pragmatischen Ansatz. Statt zunächst eine umfassende eigene Infrastruktur aufzubauen, wurde mit einem Custom GPT gestartet. Dadurch ist der Bot aktuell für Personen zugänglich, die ChatGPT nutzen können.
Die Rückmeldungen der Nutzer*innen werden bislang vor allem als Bestätigung des eingeschlagenen Weges verstanden. Ob die gewünschte Wirkung entsteht, soll weniger über harte Kennzahlen als über die Fragen und den Umgang mit Wirkungsmanagement innerhalb der Community sichtbar werden.
Anschluss an den IMMPACT Guide
Der InWi Bot ergänzt den IMMPACT Guide vor allem als Sparringspartner bei der praktischen Arbeit mit Wirkungsmanagement. Besonders deutlich sind die Anknüpfungspunkte zum IMMPACT Model: Die KI kann beispielsweise dabei helfen, Indikatoren für Impact-Ziele zu entwickeln, Daten für das Impact Management zu strukturieren und auszuwerten sowie Zusammenfassungen und Berichte für die Impact-Kommunikation zu erstellen.
So unterstützt der InWi Bot bei konkreten Aufgaben innerhalb des systematischen Wirkungsmanagements, das das IMMPACT Model beschreibt. Die fachliche Einordnung bleibt jedoch beim Menschen: Er muss die Zielgruppen verstehen, Wirkungszusammenhänge bewerten und entscheiden, welche Erkenntnisse im jeweiligen Kontext relevant sind.
Der IMMPACT Guide liefert damit den fachlichen Orientierungsrahmen, während der InWi Bot einzelne Arbeitsschritte im Wirkungsmanagement begleiten und erleichtern kann.
Ein Blick nach vorn
Als nächsten Entwicklungsschritt arbeitet die Initiative an einer DSGVO-konformen und EU-gehosteten Lösung. Damit sollen Datensicherheit und Funktionsumfang weiter verbessert werden.
Perspektivisch könnte der Bot zudem stärker mit anonymisierten Praxisfällen aus der Community arbeiten. Ziel ist es, die Anwendung noch näher an den tatsächlichen Herausforderungen von Wirkungspraktiker*innen weiterzuentwickeln. Ergänzend wird an neuen Community-Formaten gearbeitet.
Drei Erkenntnisse
- Was kann die KI leisten?
Der InWi Bot soll als niedrigschwelliger Sparringspartner Orientierung geben, Informationen strukturieren und Wirkungspraktiker*innen bei zeitintensiven Aufgaben unterstützen. Die fachliche Reflexion über Wirkung soll er nicht ersetzen. - Für wen ist sie relevant?
Im Fokus stehen Wirkungspraktiker*innen, die mit begrenzten Ressourcen arbeiten oder innerhalb ihrer Organisation weitgehend allein für Wirkungsmanagement verantwortlich sind. - Was zeichnet den Ansatz aus?
Der InWi Bot wird gemeinsam mit der Community entwickelt. Erfahrungen aus der Praxis fließen direkt in Anforderungen, Tests und Weiterentwicklung ein und sollen dafür sorgen, dass die Anwendung nah an den tatsächlichen Bedarfen von Wirkungspraktiker*innen bleibt.
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