Wir­kungs­kom­mu­ni­ka­ti­on, die über­zeugt: 4 Ansät­ze aus der Pra­xis

Vier Ansät­ze, wie sich Impact für Investor*innen greif­bar machen lässt – ein Pra­xis­bei­spiel von Young Entre­pre­neurs in Sci­ence (YES).


Sarah Scheck lei­tet die Bil­dungs­in­itia­ti­ve Young Entre­pre­neurs in Sci­ence der Fal­ling Walls Foun­da­ti­on. Als aus­ge­bil­de­te Impact Mana­ge­rin betreut sie die Wir­kungs­ori­en­tie­rung des Pro­jekts.

Stellt euch vor, ihr sollt in ein Pro­jekt inves­tie­ren, das Tau­sen­de jun­ge Men­schen errei­chen könn­te – aber nie­mand kann genau zei­gen, wel­che Wir­kung es ent­fal­tet. Wür­det ihr euer Geld geben? Die Fra­ge, wie Geld­ge­ben­de erfolg­reich über­zeugt wer­den kön­nen, stellt sich täg­lich für Pro­jek­te mit gesell­schaft­li­chem Anspruch. Auch bei Young Entre­pre­neurs in Sci­ence (YES) – einer Bil­dungs­in­itia­ti­ve der Fal­ling Walls Foun­da­ti­on – ist die Wir­kung kein Neben­pro­dukt, son­dern Herz­stück. In inter­ak­ti­ven Work­shops ent­de­cken Pro­mo­vie­ren­de und Post­docs, wie sie unter­neh­me­ri­sches Den­ken und inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit für sich nut­zen kön­nen. Ziel ist es, den „Mind­set Shift“ anzu­sto­ßen: For­schen­de sol­len erken­nen, dass sie mit ihrer Exper­ti­se ech­te gesell­schaft­li­che Inno­va­tio­nen ermög­li­chen kön­nen.

YES arbei­tet seit meh­re­ren Jah­ren wir­kungs­ori­en­tiert und nutzt Impact nicht nur zur inter­nen Steue­rung, son­dern kom­mu­ni­ziert den eige­nen Impact auch gezielt als Über­zeu­gungs­in­stru­ment gegen­über Förderpartner*innen. Auch das IMMPACT Model wid­met der Wir­kungs­kom­mu­ni­ka­ti­on eine eige­ne Dimen­si­on.

Die fol­gen­den vier Ansät­ze zei­gen, wie sich Wir­kung greif­bar machen lässt – und wie YES die­se Prin­zi­pi­en kon­kret umsetzt.

1. Die Logik von Pro­blem und Lösung klar her­aus­ar­bei­ten

Am Anfang jeder über­zeu­gen­den Wir­kungs­kom­mu­ni­ka­ti­on steht eine ein­fa­che, aber ent­schei­den­de Fra­ge: Passt die Lösung wirk­lich zum Pro­blem – und ist die­ser Zusam­men­hang für Außen­ste­hen­de nach­voll­zieh­bar?

YES adres­siert ein struk­tu­rel­les Pro­blem im aka­de­mi­schen Kon­text. Vie­le Hoch­schu­len sind nach wie vor von star­ren Kar­rie­re­pfa­den geprägt. Unter­neh­me­ri­sches Den­ken wird sel­ten sys­te­ma­tisch geför­dert, inno­va­ti­ve Kar­rie­re­op­tio­nen außer­halb der klas­si­schen Wis­sen­schafts­lauf­bahn blei­ben unsicht­bar.

Die Lösung setzt genau hier an: In inter­ak­ti­ven Work­shops erle­ben Pro­mo­vie­ren­de und Post­docs einen Mind­set Shift. Sie ler­nen, dass unter­neh­me­ri­sches Den­ken erlern­bar ist und dass ihre For­schung gesell­schaft­li­che Wir­kung ent­fal­ten kann. Nicht jede Idee muss zu einer Grün­dung füh­ren – aber jede Per­son darf sich als Innovator*in begrei­fen.

Die­se kla­re Logik – star­re Struk­tu­ren tref­fen auf Empower­ment und Kom­pe­tenz­auf­bau – bil­det den Kern der YES-Wir­kungs­lo­gik und ist ein zen­tra­les Ele­ment der Kom­mu­ni­ka­ti­on gegen­über Geld­ge­ben­den.

2. Den Blick von außen ein­neh­men

Was inner­halb einer Orga­ni­sa­ti­on selbst­ver­ständ­lich erscheint, ist für Außen­ste­hen­de oft erklä­rungs­be­dürf­tig. Wir­kungs­kom­mu­ni­ka­ti­on gelingt nur, wenn sie sich kon­se­quent an den Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­sen der Ziel­grup­pen ori­en­tiert.

YES bei­spiels­wei­se tes­tet sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on regel­mä­ßig. Neue Pit­ches wer­den sowohl bei lang­jäh­ri­gen als auch bei neu­en Partner*innen erprobt. Feed­back wird gezielt ein­ge­holt, um zu ver­ste­hen, was klar ist – und was nicht. Die­ser Per­spek­tiv­wech­sel hilft, Nar­ra­ti­ve zu schär­fen und kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge ver­ständ­lich zu machen.

3. Mehr­wer­te ziel­grup­pen­spe­zi­fisch auf­be­rei­ten

Nicht alle Geld­ge­ben­den inves­tie­ren aus den­sel­ben Moti­ven. Wir­kungs­kom­mu­ni­ka­ti­on wird dann über­zeu­gend, wenn sie die­se Unter­schie­de ernst nimmt.

So arbei­tet YES mit einer Dif­fe­ren­zie­rung der Mehr­wer­te. Für Hoch­schu­len steht häu­fig der prak­ti­sche Nut­zen im Vor­der­grund: hoch­wer­ti­ge, erprob­te For­ma­te, die ohne zusätz­li­chen Per­so­nal­auf­wand in bestehen­de Struk­tu­ren inte­griert wer­den kön­nen. Für För­der­stif­tun­gen sind dage­gen die sys­te­mi­schen Effek­te ent­schei­dend – etwa die Fra­ge, wie unter­neh­me­ri­sches Den­ken lang­fris­tig in der Wis­sen­schaft ver­an­kert wird.

Indem die­se Mehr­wer­te gezielt adres­siert und nicht „one size fits all“ kom­mu­ni­ziert wer­den, wird Wir­kung anschluss­fä­hig für sehr unter­schied­li­che För­der­lo­gi­ken.

4. Wir­kungs­po­ten­zia­le sicht­bar und erleb­bar machen

Zah­len sind wich­tig – aber sie erzäh­len nicht die gan­ze Geschich­te. Für vie­le Geld­ge­ben­de ist ent­schei­dend, wel­ches Ver­än­de­rungs­po­ten­zi­al in einer Initia­ti­ve steckt.

YES zeigt Wir­kung nicht nur über Indi­ka­to­ren wie den mess­ba­ren Mind­set Shift hin zu mehr unter­neh­me­ri­schem Den­ken. Die Initia­ti­ve macht auch sicht­bar, wie sich Lebens­rea­li­tä­ten ver­än­dern kön­nen. Meh­re­re Teil­neh­men­de haben nach einem ent­spre­chen­den Work­shop den Schritt aus der Wis­sen­schaft in die Grün­dung gewagt – eini­ge von ihnen stan­den spä­ter sogar auf der Büh­ne des renom­mier­ten inter­na­tio­na­len Forums „Fal­ling Walls Ven­ture“.

Sol­che Geschich­ten machen deut­lich, war­um es sich lohnt, zu inves­tie­ren. Inves­ti­tio­nen in YES geben For­schen­den die Chan­ce, ihre Ideen aus dem Labor in die Pra­xis zu brin­gen, neue beruf­li­che Per­spek­ti­ven zu ent­wi­ckeln und gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen aktiv mit­zu­ge­stal­ten.

Fazit: Wir­kung braucht eine kla­re Geschich­te

Wir­kungs­ori­en­tier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ist kein Add-on, son­dern ein stra­te­gi­sches Instru­ment. Wer Pro­blem und Lösung klar ver­bin­det, die Per­spek­ti­ve wech­selt, Mehr­wer­te dif­fe­ren­ziert dar­stellt und Wir­kung emo­tio­nal erfahr­bar macht, schafft Ver­trau­en und Über­zeu­gungs­kraft.

Es ist wich­tig, kon­ti­nu­ier­lich dar­an zu arbei­ten, dass Impact nicht nur gemes­sen, son­dern auch erzählt wer­den kann. Genau dar­in liegt der Schlüs­sel, um lang­fris­ti­ge För­der­part­ner­schaf­ten auf­zu­bau­en und ech­te gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen zu ermög­li­chen.